Beschäftigung
Je größer das Gehege, desto geringer die Gefahr der Langeweile, aber auch das größte Gehege ist irgendwann einmal erkundigt und kleine Veränderungen machen dann großen Spaß! Was kann man also tun um Kaninchen Abwechslung zu bieten? (Zum Vergrößern der Bilder bitte anklicken.)
1.
Zweige: Einfach eine kleine Astgabel ins Gehege
legen. Da können die Blätter abgeknabbert und die Äste müssen unbedingt
zurechtgerückt und angeknabbert/durchgebissen werden. Das hilft auch, die
ständig nachwachsenden Nagerzähne abzunutzen. Welche Bäume und Sträucher
eignen sich? Apfelbaum, Birnbaum, Birke, Erle, Ahorn, Haselnuss, Weide,
Wallnuss, auch Nadelbäume (keine stark gespritzten Weihnachtsbäume!) wie Kiefer,
Tanne, Fichte. Aber: Eibe und Thuja sind giftig!
2.
Pappkartons: Eine Tür oder zwei hinein geschnitten
und schon gibt es eine Entdeckungsburg (bei mehreren Kaninchen, die sich
gelegentlich auch mal zoffen, wie meine, sollten immer mindestens zwei Eingänge
vorhanden sein)! Durchrenne, die Eingänge
vergrößern
(ich schneide sie ja nie richtig hinein :-D), verstecken und drauf springen
(führt auch mal zum Einsturz), können die Kleinen dann stundenlang spielen. Toll
sind auch ganze Pappkartonhäuser mit vielen Zimmern (mehrere Kartons
unterschiedlicher Größe aneinander kleben).
3.
Klopapierrollen: Sie haben nie eine ausreichend
große Öffnung (die Kaninchen können mit der neugierigen Nase nicht ganz
durchschnüffeln), also machen sich die Kleinen an die Arbeit, dem abzuhelfen!
Auch eine gute Idee: ein Ende mit Heu zustopfen, dann Karottenstücke, Gurke,
etc. hineintun und auf der anderen Seite wieder mit Heu zu. Auf dem Foto rechts
sieht man Naomi bei der Arbeit. Leider schaffe ich es nie scharfe Bilder zu
machen, wenn sie die Röhren durch die Luft schmeißt :-(! Dabei ist sie darin ein
richtiger Meister!
4. Futter aufhängen: Das ist dann wesentlich schwieriger zu essen, weil es sich bewegt und die Kleinen müssen sich strecken um dranzukommen (je nach Höhe). Achtung: Bitte keinen Food-Ball kaufen, daran haben sich leider schon viele Kaninchen böse verletzt als sie mit den Pfoten schneller an das Futter wollten und dann in dem sich verjüngenden Drahtgerüst hängen blieben!
5.
Korkröhren: Herrlich zum durchjagen, vermittelt
echtes Höhlengefühl für die Kleinen, deren Urahnen und Verwandten unter der Erde lebten
und leben. Kombiniert mit den Pappkartons kann man richtige Höhlensysteme bauen.
6.
Abflussröhre: Wer hätte das gedacht, aber meine
Kaninchen lieben diese Röhre wirklich sehr und rasen, obwohl sie sehr rutschig ist,
andauernd hindurch! Am Anfang wurde einmal eine "Fährte" Löwenzahn
hindurchgelegt, aber mittlerweile hoppeln alle drei liebend gerne hindurch:
auch ohne Belohnung. Beim Kauf aber unbedingt darauf achten, dass die Röhre groß
genug ist!
7.
Snackball: Befüllt mit Trockengemüse können meine Drei ewig hinter
dem Ball her rennen und übersehen oft im Eifer des Gefechts die heraus
gefallenen Gemüsestückchen. Der Snackball sollte jedoch aus dem Gehege entfernt
werden sobald er leer ist: sonst beginnen die gierigen Biester an dem Plastik
herumzukauen!
Achtung: Jede der oben genannten Ideen habe ich mit meinen Kaninchen erprobt und festgestellt, dass es ihnen Spaß macht und halte sie persönlich für ungefährlich. Aber nicht jeder dieser Tipps ist für jedes Kaninchen geeignet! Wenn Sie ein neues "Spielzeug" für Ihre Kaninchen bereitstellen wollen, dann beobachten Sie sie in den ersten Stunden damit: Knabbern sie die Sachen stark an (bei Plastik könnte das gefährlich werden, bei bedruckten Kartons auch, hingegen sind unbedruckte relativ ungefährlich - hier kommt es dann auf die Masse an), rutschen sie viel aus, bleiben sie irgendwo stecken oder ist irgendetwas sehr eng? Ich kann keine Garantien übernehmen, dass meine Ideen völlig ungefährlich sind!